Montag, 12. Dezember 2011
Entscheidung nach Mitternacht
Mit 32 Teilnehmern war die Weihnachtsfeier der Stolpertruppe gut besucht. Was haben die anderen zwanzig gemacht, die nicht teilnehmen konnten? Die haben vor dem Radio gesessen und die Feier von dort aus verfolgt, beginnend mit der ...
Halbzeitkonferenzschaltung
(Moderator) »Herzlich Willkommen zum 33. Spieltag am Ende der Saison 2011. Wie in jedem Jahr begleitet die Stolpertruppen Konferenzschaltung das Weihnachtsessen des Winsener Lauftreffs. Die Athleten sind in der klassischen Spielanordnung Stirnseite, rechter Flügel und linker Flügel angetreten. Die Spiele begannen trotz widriger Wetterbedingungen pünktlich um 19:30 Uhr. Da erwies es sich als gute Entscheidung, dass der Spielführer bereits im Oktober den Wettkampf in die überdachte Arena der Winsener Stadthalle verlegte. Wie diese wichtige Begegnung bisher verlief, lesen Sie in der Halbzeitbilanz. Wir schalten dazu um ins Stadion. Bitte Sabine Töpperwien!«
(Sabine) »Zu Beginn des Spiels gab es an der Stirnseite zunächst Irritationen über die Spielaufstellung. Die Mittelfeldbesetzung wechselte zum linken Flügel und auch die Außenspieler wechselten mehrfach ihren Posten. Nachdem die offenen Positionen schnell aufgefüllt wurden, trat erst einmal Ruhe im Spielverlauf ein. Im Moment gibt es über das Spiel an der Stirnseite nicht viel zu berichten. Es ist ausgeglichen und fair, rote und gelbe Karten blieben bisher in der Hosentasche des Unparteiischen, so dass wir weitergeben können zum rechten Flügel. Alexander!«
(Alexander) »Widersprüchliches am rechten Flügel. Die zumeist älteren und erfahreneren Spieler bildeten schon früh eine feste Siebenerkette, die nicht durch die jüngeren Spieler durchdrungen werden konnte. So blieben sie zunächst unter sich und blockten jeden Versuch erfolgreich ab. Obwohl es auch hier zu wenigen langen Spielzügen gekommen ist, kann klar von einer Überlegenheit des rechten Flügels gesprochen werden. Der weitere Spielverlauf verspricht, sehr interessant zu werden. Das Publikum hat die solide Leistung zum Ende der ersten Halbzeit mit kräftigen Ovationen belohnt. Doch fragen wir Wolfgang Reichmann, wie es auf dem linken Flügel aussieht. Wolfgang, linker Flügel bitte!«
(Wolfgang) »Ganz, ganz anders. Hier brauchte es sehr lange, bis die Spieler zu einem flüssiger Spiel gekommen sind. Häufige Stellungsfehler führten zu einer starken Unruhe und einem faserigen Wortwechsel. Hoffen wir, dass der Trainer die Halbzeitpause nutzt, um die Spieler wieder zu einem Team zu fügen. Dabei haben sie noch Glück gehabt, dass der Rückstand nicht deutlich höher ausgefallen ist. Es schien, als könne sich keiner mehr an seine Bestellung erinnern. Hatte ich Gänsekeule? Oder Hirschbraten? Nein, es war Putenbraten oder gab es sonst noch etwas. Auch an die Beilagenwahl konnte sich fast keiner mehr erinnern und immer wieder musste auf die Liste des Spielführers zurück gegriffen werden. Warten wir die zweite Halbzeit ab, ob es gelingt, das gegen Ende der ersten Halbzeit servierte Essen einigermaßen fehlerfrei zu verspeisen und so wenigsten einen wichtigen Punkt für die Meisterschaft zu sichern. Bleibt zu hoffen, dass nicht wie in der ersten Halbzeit geschehen, mehrere Kartoffelklöße und Rosenkohlköpfe gleichzeitig im Spiel sind. Das waren sehr unschöne Szenen, die diesem Spiel nicht angemessen sind.«
(Moderator) »Soweit der Halbzeitstand beim Weihnachtsessen der Stolpertruppe. Gegen Ende der Spielzeit werden wir mit der Konferenzschaltung wieder zum Geschehen wechseln. Doch zunächst: Musik!«
Einige Zeit später – die Schlusskonferenz
(Moderator) »Soweit die Musik, nun folgt unsere Schlusskonferenz der Weihnachtsfeier. Alexander, hat sich gegenüber dem langsamen Start etwas im Spielverlauf getan?«
(Alexander) »Das kann man wohl sagen. Der scheinbar sichere Block hat sich aufgelöst und hat sich in mehreren Klumpen verdichtet. Schien am Anfang Weiß das Spiel zu machen, hat er sich auf den anderen Flügel bewegt und Würdemann, der in dieser Saison schon mehrere Erfolge für sich verbuchen konnte, dominiert seitdem das Spielgeschehen. Er hat damit begonnen, die Saison für das nächste Jahr zu planen und …«
(Sabine, zunächst im Hintergrund, dann sehr viel lauter) »Foul! Foul! Foul an der Stirnseite. CBT gilt nicht als der laufstärkste Spieler, jetzt hat er Grimm das iPhone entrissen und die Internetseite des Radmarathon aufgerufen. Seit dem nimmt er fast nicht mehr am Spielgeschehen teil und starrt nur noch auf den kleinen Bildschirm des Geräts. Dadurch ergibt sich eine große Lücke in der Verteidigung der Stirnseite …«
(Wolfgang) »Gelbe Karte! Gelbe Karte am linken Flügel! Batke, Jensen und Grimm, der jetzt ohne iPhone ist, verlassen das Spielfeld und gehen zur Theke in den Vorraum. Klar, dass der Unparteiische dies ahnden musste. Mit einer gelben Karte werden alle Drei bedacht. Das Publikum hält dies für eine klare Fehlentscheidung, doch die Diskussionen bleiben sinnlos. Sonst tut sich hier im Moment nicht viel. Sabine, wie sieht es an der Stirnseite aus?«
(Sabine) »Hier hat sich auch noch nicht viel getan. Das Video vom Radmarathon ist offensichtlich noch nicht zu Ende. Mittlerweile hat Würdemann die auf einem Bierdeckel geschriebene Planung für 2012 hier schon abgestimmt und …«
(Alexander) »… Freigetränk! Freigetränk vom linken Flügel! Überraschend ist das Freigetränk von Harneit hier angekommen, das er mit einer kryptischen Ankündigung ausgegeben hatte, die viele zu Vermutungen verleitet hatte. Trotzdem sind im alle dankbar, denn die lautstarke Diskussion über die gelben Karten hat dann doch zu trockenen Kehlen geführt.«
(Sabine) »Das Video scheint nun zu Ende zu sein, CBT nimmt wieder am Spielgeschehen teil. Mit einem wuchtigen Spiel über links hat sich auch Grimm wieder in das Spiel gebracht und will 2012 beim Obdachlosenmarathon in Itzehoe teilnehmen. Er muss aufpassen, was er sagt. Mit einer weiteren gelben Karte kann das Spiel schneller für ihn vorbei sein, als er denkt.«
(Wolfgang) Wechsel im linken Flügel! Schilling und Dziony werden aus dem Spiel genommen oder genauer, nehmen sich selbst aus dem Spiel: Sie verlassen die Spielfläche. Die Trainer besetzten die fehlenden Positionen nicht nach, bedanken sich aber für die Teilnahme und hoffen, dass es ihnen gefallen hat.
(Sabine) »Gefährliche Aktion an der Stirnseite! Endlich, endlich nimmt das Spiel Geschwindigkeit an! Vier, drei, zwei, eins – zum Geburtstag viel Glück! Maak wechselt die Rückennummer auf 54! Ja hat es denn so etwas schon einmal gegeben? Ich glaube nicht! In der Geschichte der Stolpertruppe ist das einmalig. Selbst das als Salvatore-Affäre in die Geschichte eingegangene Ereignis tritt dahinter zurück – obwohl es wenig damit zu tun hat, sieht man mal davon ab, dass in beiden Fällen Alkohol im Spiel war. Großzügig wird auf das neue Lebensjahr des Spitzenläufers aus der Elbmarsch angestoßen!«
(Alexander) »Abbruch! Abbruch! Das Spiel ist aus! Am Sonnabendmorgen um 1:30 Uhr wird das Spiel vom Unparteiischen vorzeitig abgebrochen, ohne dass es zu einer klaren Entscheidung gekommen ist. Damit wird es als unentschieden gewertet, was zwar keinem Teilnehmern schadet, die Entscheidung nun aber doch auf den Silvestercross vertagt. Mein Gott, ist das spannend.«
(Wolfgang) »Auch hier am linken Flügel ist mittlerweile angekommen, dass das Spiel beendet wurde. Die überwiegende Zahl der Spieler hat ihre Zeche bereits bezahlt, die letzten Nachzügler machen sich auf den Weg. Das iPhone ist seinem rechtmäßigen Benutzer zurückgegeben worden.«
(Sabine) »Aus dem Spielvorfeld an der Theke bitten wir den Veranstalter noch um ein kurzes Statement zu dem heutigen Spiel: Mr. Organizer, what do you think about the forgiven opportunities today?«
(Organizer) »Ja, also … Ich sag‘ mal – das Wetter war ja nich‘ das Beste. Im Mittelfeld hätte man noch mehr rausholen können, gerade dort haben wir haben aus wenig nichts gemacht. Alles in allem können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein. Wir haben keine zwei Punkte verloren, sondern einen gewonnen.«
(Moderator) »Das war unsere heutige Konferenzschaltung zur Weihnachtsfeier der Stolpertruppe. Ein Bier und zwei Jubi wurden nicht bezahlt. Nächstes Jahr sind wir wieder dabei und hoffen auf ein ebenso spannendes wie vergnügliches Spiel wie heute. Wenn Sie mich fragen, was das alles soll? Ich weiß es auch nicht. Wir schalten um nach …«
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Sehr schön geschrieben, hoffe es gibt bald ein Rückspiel!
AntwortenLöschen